Gesellschaft Ein offener und sehr persönlicher Brief an Vladimir Putin - Gastbeitrag aus Leer/Ostfriesland

Mit einer Anmerkung von www.spd-rhade.de am Ende des lesenswerten Textes.

An den Präsidenten der Russischen Föderation 23/16, Ulitsa Ilyinka, 103132, Moskau, Russland

Vladimir Vladimirovič,
Sie könnten mein älterer Bruder sein.
Beide wurden wir geboren nur wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Und noch etwas haben wir gemeinsam:
Unsere beiden Väter sind im Krieg schwer verwundet worden.
Ehrfürchtig sprecht Ihr Russen vom „Großen Vaterländischen Krieg“.
Ich höre das mit Trauer und Respekt.
Wir Deutschen können so nicht vom Zweiten Weltkrieg reden.
Denn unser Land hat diesen Krieg vom Zaun gebrochen – ohne Not.
Lange genug hat es gedauert, bis wir Deutschen das begriffen haben:
„Groß“ waren am Zweiten Weltkrieg vor allem die Verbrechen,
die unsere Soldaten an den Überfallenen verübt haben.
Unfassbar viele Menschen sind diesen Massenverbrechen zum Opfer gefallen. Die meisten Getöteten dieses Krieges aber – gemessen an der Bevölkerungszahl – beklagen die Polen, die Russen – und die Ukrainer!

Vladimir Vladimirovič,
merken Sie das denn nicht? Ihr Krieg gegen die Ukraine, Euer „Brudervolk“, dieser heutige Krieg ist ein einziger Verrat an den sieben Millionen Ukrainern, die in Hitlers Krieg das Leben lassen mussten!
Ihre Behauptung, dass es bei dem Angriff Russlands auf die Ukraine um den Kampf gegen ein faschistisches Regime ginge, ist eine dreiste Lüge.
Damit beleidigen Sie auch den sowjetischen Befreiungskampf gegen den Faschismus Hitlers.
Was würde wohl Vladimir Spiridonovič, Ihr Vater, dazu sagen,
der als Soldat nur mit knapper Not überlebte und zeitlebens von den Granatensplittern in seinem Leib gequält wurde ?!
Ohne Not werfen Sie erneut hunderttausende russische Soldaten an der Front, in den „Fleischwolf“ – nicht wahr, so nennt Ihr Russen das doch!
Ohne Not produzieren Sie in der Ukraine hunderttausende Kriegstote und hunderttausende Kriegskrüppel!
Und ohne Not machen Sie die tapferen Ukrainer erneut zu Opfern von massenhaften Kriegsverbrechen!
Sehen Sie denn nicht, Vladimir Vladimirovič, dass Sie damit niemals
ehrenhaft in die russische Geschichte eingehen werden,
sondern dass Sie zum Totengräber Ihres eigenen Landes werden?
Wie viele Hunderttausende wollen Sie denn noch sterben lassen,
bis Ihr Land endlich wieder abkehrt von einer Politik und einer Wirtschaft, 
die nichts anderem mehr dienen als diesem aussichtslosen Krieg?!
Nein, in diesen von Ihnen verschuldeten Untergang werden wir Europäer uns nicht hineinziehen lassen. Wir werden Ihnen und Ihren Angriffen, Vladimir Vladimirovič, weiterhin widerstehen. Und wir tun das auch im Namen künftiger Generationen Ihres Landes. Denn eines nicht fernen Tages wird auch eine Mehrheit der Russen begreifen müssen, auf welchen selbstmörderischen Irrweg Sie Ihr Land geführt haben.

Vladimir Vladimirovič,
Ihre Mutter, die Fabrikarbeiterin Marija Iwanowna, hat in Leningrad zweieinhalb Jahre Blockade durch die Wehrmacht überlebt, während in der Stadt eine Million Menschen verhungerten und erfroren. Ihre Mutter wurde von Bekannten als freundlich und selbstlos beschrieben, als „eine Seele von Mensch“. Alles hat sie für ihren dritten Sohn getan, für ihren „Volodya“, nachdem ihre ersten beiden Söhne bereits im Kindesalter verstorben waren. Als Sie sechs Wochen alt waren, hat Ihre Mutter Sie während eines Weihnachtsgottesdienstes heimlich taufen lassen, den Sohn eines Kommunisten; der Vater sollte davon nichts wissen.

Vladimir Vladimirovič,
was würde Ihre Mutter wohl dazu sagen, dass Sie den Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 zynisch grinsend mit der Vergewaltigung einer Frau verglichen haben?
Was würde Marija Iwanowna dazu sagen, dass Sie der 64. Brigade nach den hundertfachen Folterungen, Vergewaltigungen und Morden in Butscha und Andrijiwka demonstrativ einen Ehrentitel verliehen haben?
Und was würde Ihre Mutter dazu sagen, dass Ihre Leute tausende ukrainischer Kinder nach Russland entführt haben – genauso wie die Nazis es mit tausenden polnischen Kindern taten?

Vladimir Vladimirovič,
Ihre Mutter hat Ihnen vor vielen Jahren ein silbernes Taufkreuz in die Hand gedrückt, bevor Sie zum ersten Mal nach Israel gereist sind. Sie sollten das Kreuz in der Jerusalemer Grabeskirche segnen lassen. Sie haben dieses Kreuz inzwischen manches Mal zur Schau getragen.

Vladimir Vladimirovič,
Sie täuschen sich! Und es entschuldigt Sie nicht, dass sich schon manche Gewaltherrscher vor Ihnen getäuscht haben. Das Kreuz Jesu Christi segnet keine Untaten. Vielmehr steht dieses Kreuz für den Anbruch eines ganz anderen Reiches, das endlich Frieden und Gerechtigkeit und Wahrheit ans Tageslicht bringt. Dieses Kreuz besiegelt das Ende aller weltlichen Herrschaft und auch das Ende Ihrer mörderischen Diktatur.

Vladimir Vladimirovič,
machen Sie sich nichts vor: Eines nicht allzu fernen Tages wird unsere Generation abtreten. Dann werden auch wir beide uns nicht mehr an die trügerische Würde irgendeines Amtes klammern können. Dann werden Sie kein Präsident mehr sein, und ich kein Pastor mehr. Dann werden wir nichts weiter mehr sein als: Söhne unserer Väter und Mütter und, wenn es gut geht: Väter und Großväter unserer Kinder und Enkelkinder. Und dann werden sie alle, unsere Eltern und unsere Kinder, uns fragen, was wir getan haben in unserem Leben. Und vor allem:
Wie wir den Opfern unserer Geschichte begegnet sind. Ob wir achtlos an ihnen vorbeigegangen sind. Ob wir gar noch nachgetreten haben, als sie am Boden lagen. Oder ob wir versucht haben, den Unterlegenen beizustehen. Und dann, spätestens dann, Vladimir Vladimirovič, werden wir uns verantworten müssen.

Martin Heimbucher
martin.heimbucher@t-online.de

Anmerkung www.spd-rhade.de: Martin Heimbucher, evangelischer Pastor, war von 2013 bis 2022 Kirchenpräsident der Evangelisch-reformierten Kirche in Leer/Ostfriesland. Seit 4 Jahren im Ruhestand. Sein persönlicher Brief ist auf dem Weg nach Moskau. Die Internetseite www.spd-heisfelde-nuettermoor.de veröffentlichte ihn am 20. Mai 2026. Martin Heimbucher hat zugestimmt, dass auch www.spd-rhade.de den nun Offenen Brief an Vladimir Putin veröffentlichen darf. Herzlichen Dank. Wir bitten unsere Leser um Verständnis, dass erstmals ein Text in dieser Länge eingestellt wurde, sind aber überzeugt, dass eine Kürzung unangebracht wäre. Darüberhinaus bitten wir, den Offenen Brief unbedingt zu teilen.

Veröffentlicht am 30.05.2026

 

Bundespolitik Wahlumfragen machen ratlos

Was tun, wenn die Demokratie abgewählt wird?

Ok, die sogenannten etablierten Parteien haben in den letzten Jahren nicht alles richtig gemacht. Aber auch nicht alles falsch. Wir haben uns zu einem wohlhabendes Land entwickelt und sind auf vielen Ebenen Vorbild für andere Länder. Wir haben unsere Schuld, während der Nazizeit für unendliches Leid weltweit verantwortlich gewesen zu sein, anerkannt. Eine Kollektivscham über die unglaublichen Verbrechen steht auch den Generationen, die mit der Gnade der späten Geburt argumentieren, weiterhin gut zu Gesicht. Die wichtigste Lehre kann aber mit den zwei Worten NIE WIEDER bestens beschrieben werden. Dennoch ist der sogenannte Bodensatz an Ewiggestrigen immer erkennbar gewesen. Unsere demokratischen Strukturen waren aber so stabil, dass diese Antidemokraten, die von ihrem unerklärlichen Hass auf anders Aussehende, anders Denkende, anders Glaubende, anders Liebende nie lassen konnten, eine vernachlässige Größe blieben. Bis gestern. Heute signalisieren Wählerumfragen, dass wir mit allem rechnen müssen. Nämlich, dass tatsächlich eine Partei in unserer Demokratie von einer Mehrheit der Wählerinnen und Wähler Regierungsverantwortung übertragen bekommt, die von den Verfassungsorganen als in wesentlichen Teilen verfassungswidrig erkannt wird. Der Volksmund hat für solches Tun eine passende Weisheit: „Du sollst den Ast nicht absägen, auf dem du sitzt!“

Nachdenkzeilen aus Rhade

Veröffentlicht am 29.05.2026

 

Die „Schlaufüchse“ der Kita in ihrem Weltraumlabor Gesellschaft Kita Stuvenberg greift nach den Sternen

Vorbildliches Kinderprojekt beeindruckt

Wie heiß ist die Sonne? Wie entstehen Krater auf dem Mond? Und warum ist der Mars eigentlich rot? Mit diesen und vielen weiteren Fragen haben sich die Vorschulkinder der städtischen Kita Am Stuvenberg in Rhade in einem zweiwöchigen Projekt rund um das Sonnensystem und die Sterne beschäftigt. Gemeinsam mit den Erzieherinnen Bettina Becker und Jessica Menne haben die „Schlaufüchse“ die Turnhalle der Kita in ein galaktisches Forschungszentrum verwandelt.
Mit großer Neugier und viel Begeisterung sind die Kinder in die faszinierende Welt des Universums eingetaucht. Dabei wurden Planetenmodelle gebastelt, Sternzeichen mit Leuchtsternen gestaltet und Größenverhältnisse im Weltall spielerisch dargestellt. Außerdem haben die Kinder experimentell die Eigenschaften der einzelnen Planeten erforscht – von Farben und Größen bis hin zu Oberflächen und Atmosphären.
Mit großem Interesse haben die kleinen Forscherinnen und Forscher unter anderem erfahren, warum der Mars als „roter Planet“ bezeichnet wird und dass Jupiter der größte Planet unseres Sonnensystems ist. „Der Jupiter ist so riesig, da passen ganz viele Erden rein!“, erklärte ein fachkundiger „Schlaufuchs“. Ein Höhepunkt des Projekts war der Ausflug zur Westfälischen Sternwarte in Recklinghausen. Dort konnten die Kinder das Weltall in der großen Kuppel hautnah erleben. Unter Anleitung eines Experten lernten sie unter anderem, wie man den Polarstern findet und welche Geschichten sich hinter verschiedenen Sternbildern verbergen.
Zum Abschluss haben die Vorschulkinder ihren Eltern stolz die gesammelten Eindrücke und selbst gestalteten Kunstwerke präsentiert. In einer kleinen „Weltraumausstellung“ haben sie die Erwachsenen durch ihre Reise ins All geführt und anschaulich erklärt, warum die Erde so besondere Lebensbedingungen bietet.

Quelle: Pressetext der Stadtverwaltung mit freigegebenem Foto für www.spd-rhade.de

Veröffentlicht am 28.05.2026

 

Das Nato-Emblem Bundespolitik Wenn Bündnisse bröckeln und Verträge wertlos werden

Nato: Einer für alle, alle für einen?- Und wie mit Antidemokraten umgehen?

Im Artikel 5 des Nato-Bündnisses steht, dass die Beistandsklausel sofort greift, wenn ein Bündnispartner militärisch angegriffen wird. Das haben alle 32 unterschrieben, die Mitglied im größten Verteidigungsbündnisses der Welt sind. Deutschland gehört dazu. Darauf war viele Jahrzehnte Verlass. Was der momentan regierende US-Präsident Trump von Verträgen hält, haben wir inzwischen verstanden. Nämlich nichts. Nun sind wir dabei, diesen gewaltigen Vertrauensverlust durch eigene Verteidigungsanstrengungen zu kompensieren. Es scheint darauf hinauszulaufen, dass die Nato-Mitglieder Europas sich neu erfinden müssen. Aber gehört die Türkei dann auch dazu? Ein Land, dessen Präsident die Demokratie systematisch zerstört und jeden Andersdenkenden verfolgt und jahrelang hinter Gefängnismauern verschwinden lässt? Wenn wir den internen Vertrauensverlust überwinden wollen, müssen wir Klartext sprechen. Und dazu gehört, dass wir, anders als der Nato-Generalsekretär Rutte, nicht länger mit verlogenen „fishing for compliments“ dem amerikanischen Präsidenten gegenübertreten, sondern mit belastbaren Fakten. Und dazu gehört auch, dem türkischen Präsidenten ein Ultimatum weiterer Nato-Mitgliedschaft zu stellen. Nämlich sofort die Opposition im Land als rechtmäßigen Teil einer Demokratie anzuerkennen und alle politisch Verfolgten, auch Bundesbürger gehören dazu, nicht länger zu verfolgen und alle aus diesem Grund Inhaftierten freizulassen. Sonst …

Nachdenkzeilen aus Rhade

Veröffentlicht am 27.05.2026

 

Kommunalpolitik Es ist wichtig, immer mal wieder über den Tellerrand Rhades zu blicken - diesmal nach Italien

Ein besonderer Reichtum Rhades ist seine Natur. Nicht nur Wiesen, Bäche und Waldflächen, sondern auch seine Baumalleen längs der Lembecker- und Erler Straße. Darüberhinaus sind hier und da in den Wohnsiedlungen auch Straßenbäume gepflanzt worden. Sie sind wichtig für das Kleinklima, spenden Schatten und bieten wichtigen Lebensraum für viele Vögel. Und um diese Bäume geht es. Sie benötigen Aufmerksamkeit und Pflege, um in der gepflasterten und asphaltierten Nachbarschaft ihre volle Kraft und Pracht zu entfalten. Während es einige Zeitgenossen verstanden haben, dass der Baum vor der eigenen Haustür ein Gewinn für unsere Umwelt darstellt, ärgern sich andere über fallende Blätter und eingeschränkten Parkraum. Während diejenigen, die verstanden haben, eigenhändig die wahrlich kleine Baumscheibe pflegen und im heißen Sommer für ausreichend „Trinkwasser“ sorgen, versuchen Ewiggestrige die Fläche unbedingt als zusätzlichen Parkraum zu gewinnen. Hier kommt nun unsere Verwaltung ins Spiel. Seit Jahren versuchte ein Anwohner in Rhade, „seinen“ Straßenbaum durch kontinuierliche Pflege in seinem Wachstum zu stabilisieren. Die Bitte, diese kleine Fläche durch entsprechende Maßnahmen vor dem Überfahren und Parken dauerhaft zu sichern, wurden zwar immer positiv bewertet, praktisch tat sich bis "heute" nichts. Halt! Korrektur! Seit 2 Tagen sichern nun doch zwei Poller den Baum. Zurück zum heutigen Text: In einer kleinen Stadt in Italien, gleiche Einwohnerzahl wie Rhade, denkt man weiter. Selbst die kleine Minifläche rund um eine Straßenlaterne, wird eingefasst und bepflanzt. Nachbarn kümmern sich um die Pflege und freuen sich über das kleinste Detail Umweltschutz vor ihrer Haustür. Ein gutes Beispiel, um auch in Rhade/Dorsten mehr als bisher umzusteuern.

Ein Rhader Blick über den Tellerrand 

Veröffentlicht am 26.05.2026

 

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SPD Sozial

 

„Es ist hundertmal leichter den Faschismus von der Macht fernzuhalten, als ihn aus der Macht zu verdrängen.“

Der Sozialdemokrat Rudolf Breitscheid (1874 - 1944) musste vor den Nazis fliehen und starb im KZ Buchenwald

 

 

 

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